Lagerplanung beginnt nicht beim Regal
Sieben Zahlen bestimmen jede Planungsentscheidung. Alle stehen in Ihrem ERP, und kaum jemand hat sie je abgefragt.
Das ArgumentNiemand entscheidet sich für das Palettenregal
Suchen Sie nach Lagerplanung, und Sie landen schnell bei Regalherstellern: Leitfäden, kostenlose Beratung, Online-Konfiguratoren. Das beginnt bei der Antwort — einem Regal — bevor die Frage gestellt ist. Die Ausstattung wird zuerst gewählt und das Fundament hinterher passend argumentiert.
In Lagern gibt es davon zwei Fassungen. „Wir wollen einen Vertikallift“, weil jemand einen auf der Messe gesehen hat. Und die stille, teurere: Palettenregal, einfachtief, weil man das eben so macht. Wer sechs oder acht Paletten desselben Artikels stehen hat, hätte mit einem Push-back-Regal die zwei- bis dreifache Dichte auf derselben Fläche erreicht. Niemand entscheidet sich für das einfachtiefe Palettenregal gegen Push-back. Es ist das, was kommt, wenn niemand entscheidet.
Die Zahlen, die diese Entscheidung hätten treffen sollen, sind Nachfrage: Tatsachen über Ihr Unternehmen, die Sie messen und nicht wählen. Sie kommen aus Tabellen, die Sie schon haben — Auftragsköpfe, Auftragspositionen, Bestandsbewegungen, dazu Artikelstamm, Wareneingänge und Retouren. 24 Monate, wo es geht, zwölf als Minimum. Wie man die Kennzahlen definiert und misst, legt die VDI-Richtlinie 4490 „Operative Logistikkennzahlen von Wareneingang bis Versand“ (Mai 2007) fest; Werte für Ihren Betrieb liefert nur Ihr ERP.
Was es behandeltDie sieben Zahlen
| Die Zahl | Was sie bestimmt | Was Sie messen |
|---|---|---|
| 1 · Auftragsprofil | Kommissioniermethode | Positionen je Auftrag als Verteilung, getrennt nach Kanal — nicht der Durchschnitt |
| 2 · Volumen und seine Spitze | Kapazität | Stärkste Woche geteilt durch den Tagesdurchschnitt, nach Versanddatum; und wann am Tag die Aufträge kommen |
| 3 · Artikelbewegung | Anzahl der Pickplätze | Umschlag je Artikel: wie oft der Pickplatz leer wird |
| 4 · Physische Merkmale | Regaltyp, lichte Höhe | Maße und Gewichte im Artikelstamm; die Höhe, die der Bebauungsplan zulässt |
| 5 · Wareneingangsprofil | Anzahl der Verladetore | Anlieferungen pro Tag zur Spitze, Standzeit, Verteilung über den Tag |
| 6 · Retouren | Ein Raum, den niemand vorsieht | Wie viele, und welcher Weg: zurück in den Bestand, prüfen, umpacken, entsorgen |
| 7 · Die Form des Unternehmens | Was Sie offenhalten | Nicht nur Wachstum, sondern eine andere Form |
Einige dieser Zahlen verdienen einen Satz mehr. Der Durchschnitt lügt: Unter etwa 1,4 Positionen je Auftrag sind Sie ein Einzelpositionsbetrieb, zwischen 1,4 und 4 liegt die schwierige Mitte, in der Zonen sich lohnen, und über 4 ist nicht das Laufen, sondern das Zusammenführen der Kostentreiber. Die Spitze ist ein Verhältnis: Deutsche Post DHL bewegt an einem normalen Tag 6,3 bis 7 Millionen Pakete, zur Spitze über 12 Millionen — ein Faktor von 1,7 bis 1,9. Retouren haben eine gesetzliche Frist: Ein verkaufter Artikel ist bis zu vier Wochen nach Erhalt noch nicht endgültig weg, und die Arbeit landet im Januar statt im Dezember.
Die siebte Zahl ist keine Zahl. Was Unternehmen überrascht, ist nicht Wachstum, sondern eine andere Form — etwa ein Großhändler, der direkt an Verbraucher verkaufen will: Wenige Aufträge mit vielen Positionen werden viele Aufträge mit einer. Planen Sie deshalb mit mindestens 50 Prozent Reserve über dem heutigen Stand, und halten Sie sie als Möglichkeit vor: lichte Höhe für eine Bühne, vorgesehene Toröffnungen, Stromleistung über dem heutigen Bedarf.
Das DiagrammWelcher Artikel einen Pickplatz verdient
Die Artikelbewegung bestimmt die Größe des Gebäudes, und sie wird am häufigsten geschätzt.
Vergessen Sie Prozentsätze; prüfen Sie den Umschlag. Monatlich kommissionierte Stück geteilt durch das, was auf den Pickplatz passt. Unter einmal im Monat gehört der Artikel nicht auf einen Pickplatz. Über ein- bis zweimal am Tag will er einen tieferen Platz oder einen eigenen Durchlaufkanal.
Das FazitNachfrage gemessen. Der Rest wird gewählt.
Alles nach den sieben Zahlen ist Antwort: wie viele Menschen, in welchen Schichten, mit welchem Gerät, nach welcher Kommissioniermethode. Der Vertikallift und das Standardregal waren beides Antworten, gewählt, bevor die Frage gemessen war.
Zwei Dinge finden Sie immer, wenn Sie die Zahlen holen. Der Artikelstamm ist schlechter, als alle denken. Und die Verteilungen überraschen: Die Spitze ist schärfer, als die Finanzzahlen zeigen, weil Umsatz glättet, was die Auftragszahl nicht glättet. Stehen Sie schon in einem Gebäude, ergibt dieselbe Rechnung eine Lückenanalyse — und meistens fehlen Pickplätze und Prozessfläche, keine Quadratmeter.
Eine Frage zum Mitnehmen: Wie viele Ihrer Artikel stehen auf einem Pickplatz, den sie seltener als einmal im Monat leeren? Niemand in Ihrem Unternehmen weiß es, und es ist ein Nachmittag Arbeit, es herauszufinden.
Zusammenfassung von Teil eins von Das Wie des Lagers. September 2026. Paketmengen: Deutsche Post DHL, zitiert nach finanznachrichten.de (November 2025) — normaler Tag 6,3 bis 7 Millionen, Spitze über 12 Millionen; der Faktor 1,7 bis 1,9 ist daraus abgeleitet. Widerrufsrecht: §§ 355 bis 357 BGB. Höhe baulicher Anlagen: §§ 16, 18 BauNVO. Kennzahlendefinitionen: VDI 4490 „Operative Logistikkennzahlen von Wareneingang bis Versand“ (Mai 2007); sie enthält Definitionen, keine Richtwerte für Ihren Betrieb. Eigene Planungsannahmen und Erfahrung, keine veröffentlichten Kennwerte: die Faustregeln 1,4 und 4 Positionen je Auftrag und 50 Prozent Reserve; die Kurve im Diagramm ist schematisch. Prüfen Sie die Quellen dort; Rechtslage und Zahlen ändern sich. Zitieren mit Quellenangabe und Link erlaubt.
